soziologieheute-news

28. Dezember 2008

planetarische Zivilgesellschaft

Dieses Modell fußt auf verschiedenartigen Formen von sozialen Bewegungen. Nur durch einen Prozess einer globalen Zusammenarbeit auf Basis lokaler Initiativen kann der Mensch wieder als selbständiges Individuum existieren. Der Modellentwurf der planetarischen Zivilgesellschaft sei aber nicht nur wünschenswert im Sinne der Gleichberechtigung aller Menschen, sondern es sei schon so weit gekommen, dass Staaten, nach Habermas „nur noch planetarische Innenpolitik, mit Blick auf die Börsen, machen“, es sei also schon „fünf vor zwölf“. Der Unterschied zwischen Nord und Süd ist schon so groß, dass viele Menschen bereit sind, selbst ihr Leben zu opfern um etwa in die „Festung Europa“ oder über die mexikanische Grenze in die USA einzudringen. Ziegler prägt die Idee einer planetarischen Zivilgesellschaft, die den globalen Austausch der Interessen sichern soll. Er fordert eine Rückkehr zu einem „Prinzip Großmut“, mit einer damit verbundenen „normativen Weltsicht“, in der die Wirtschaft wieder für und nicht gegen die Menschen arbeitet. In der Landlosenbewegung, der Via Campesina (weltweite Kleinbauernvereinigung), internationalen NGOs wie ATTAC und vor allem deren Verknüpfung in den, jährlich (meist) in Porto Alegre stattfindenden Weltsozialforen sieht er Fortschritte in diesem Prozess.

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