soziologieheute-news

28. September 2009

Soziometrie

In den 1930er Jahren wurde die Soziometrie von Jacob L. Moreno in den USA entwickelt. Es handelt sich dabei um eine spezielle Methode, welche die sozialen Wechselbeziehungen zwischen Individuen innerhalb einer Gruppe misst und diese graphisch oder durch Zahlen in einem Soziogramm darstellt. Beispielsweise wird beobachtet, wer mit wem innerhalb einer Gruppe wie lange  oder wie häufig spricht, Aktivitäten setzt etc.  Oder man könnte auch die Gruppenmitglieder  dazu auffordern aufzuschreiben, mit wem sie gerne kommunizieren, zusammenarbeiten etc. wollen und mit wem nicht. Indem man nun diese zwischenmenschlichen Beziehungen quantitativ erfasst, erhält man ein Bild über die Struktur der Gruppe (Beziehungen, Spannungsfelder, Herrschaftsverhältnisse, Cliquen usf.). Aus diesen Ergebnissen leitet man dann entsprechende Maßnahmen ab (z. B. Informellen Führern im Betrieb werden bestimmte Aufgaben übertragen, isolierte Kinder in der Klasse erfahren besondere Zuwendung seitens der Lehrer etc.).
Zunächst wurde diese Methode mit Vorliebe in der Sozialpsychologie eingesetzt. In der Soziologie kommt die Soziometrie heute oftmals bei Umfragen zum Einsatz. Bei nichtrepräsentativen Stichproben kann man beispielsweise nach dem sog. Schneeballverfahren vorgehen, in dem man den/die Befragten nach ihrer/ihrem besten Freund(in) befragt, bei dieser/diesem weiter interviewt, dasselbe wiederholt und so ein Netzwerk von sozialen Beziehungen in einer Gemeinde/Region erhält.

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